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MPU: Wann sie angeordnet wird und wie sie abläuft

Veröffentlicht am 12. Oktober 2026 · geprüft am 17. September 2026 · Redaktion

MPU: Wann sie angeordnet wird und wie sie abläuft

Die medizinisch-psychologische Untersuchung — umgangssprachlich „Idiotentest“ — wird angeordnet, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen, etwa nach Alkohol- oder Drogenfahrten, bei acht Punkten oder wiederholten Straftaten im Straßenverkehr. Sie ist Voraussetzung für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.

📋 Kurz zusammengefasst

Die MPU prüft, ob jemand geeignet ist, wieder ein Fahrzeug zu führen. Typische Anlässe sind Alkoholfahrten ab einem bestimmten Promillewert, Drogenkonsum, das Erreichen von acht Punkten oder wiederholte Verkehrsstraftaten. Sie besteht aus einem medizinischen Teil, einem psychologischen Gespräch und einem Reaktionstest. Eine gründliche Vorbereitung, oft mit professioneller Begleitung, erhöht die Erfolgsaussichten deutlich.

Wann wird eine MPU angeordnet?

Häufige Anlässe sind Alkohol am Steuer ab 1,6 Promille (oder wiederholt darunter), Fahren unter Drogeneinfluss, das Erreichen von acht Punkten und wiederholte Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr.

Die Anordnung trifft die Fahrerlaubnisbehörde. Sie ist keine Strafe, sondern eine Eignungsprüfung: Es geht darum nachzuweisen, dass die Ursachen des früheren Verhaltens aufgearbeitet wurden und keine Wiederholungsgefahr besteht.

Wie läuft eine MPU ab?

Sie besteht aus einer medizinischen Untersuchung, einem computergestützten Leistungstest zur Reaktionsfähigkeit und einem psychologischen Gespräch, in dem die Ursachen und die Verhaltensänderung im Mittelpunkt stehen.

Das psychologische Gespräch ist meist der anspruchsvollste Teil. Wer eine glaubhafte, nachvollziehbare Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten zeigen kann, hat bessere Aussichten. Bei Alkohol- oder Drogenanlässen werden oft Abstinenznachweise über einen längeren Zeitraum verlangt.

⚠️ Wichtiger Hinweis

Eine MPU sollte nicht unvorbereitet angetreten werden. Bei alkohol- oder drogenbedingten Anlässen sind häufig Abstinenznachweise über sechs bis zwölf Monate nötig, die vor dem Termin lückenlos vorliegen müssen. Wer den Termin zu früh ansetzt, riskiert ein negatives Gutachten und muss die Untersuchung später wiederholen.

Was kostet eine MPU und wie oft kann man sie wiederholen?

Die Kosten liegen je nach Anlass und Umfang im mittleren dreistelligen Bereich; hinzu kommen mögliche Kosten für Vorbereitung und Abstinenznachweise.

Eine MPU lässt sich bei negativem Ergebnis wiederholen, jeweils mit erneuten Kosten. Deshalb lohnt sich eine gründliche Vorbereitung beim ersten Anlauf mehr als ein schneller, unvorbereiteter Versuch.

✓ Das Wichtigste in Kürze

  • Anlässe: Alkohol- und Drogenfahrten, acht Punkte, wiederholte Verkehrsstraftaten
  • Besteht aus medizinischer Untersuchung, Leistungstest und psychologischem Gespräch
  • Keine Strafe, sondern Eignungsprüfung mit Nachweis der Verhaltensänderung
  • Bei Alkohol/Drogen oft Abstinenznachweise über sechs bis zwölf Monate nötig
  • Gründliche Vorbereitung erhöht die Erfolgsaussichten deutlich

Häufige Fragen

Ist die MPU eine Strafe?

Nein, sie ist eine Eignungsuntersuchung und Voraussetzung für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis, keine strafrechtliche Sanktion.

Kann ich mich auf die MPU vorbereiten?

Ja, eine Vorbereitung — teils mit professioneller Begleitung — wird ausdrücklich empfohlen und verbessert die Aussichten spürbar.

Wie lange dauert es bis zum Ergebnis?

Das Gutachten liegt in der Regel innerhalb weniger Tage bis Wochen nach dem Termin vor.

Quellen

  • Bundesanstalt für Straßenwesen, Begutachtung der Fahreignung · bast.de · Anlässe und Ablauf der medizinisch-psychologischen Untersuchung.

MPU im Lexikon · Fahrerlaubnis

Redaktion: Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und geprüft. Fachliche Angaben tragen ein Stand-Datum; Korrekturen kennzeichnen wir sichtbar.

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